Volkssport Amokanrufen

Nein, das wird nicht der millionste Blogeintrag zum Thema „meine drei Lieblingsgründe für Amokläufe und was ich deshalb verbieten will“. Darüber ist genug und viel zu viel geschrieben worden.

Beschreibenswert ist allerdings, was passiert, wenn im benachbarten Kindergarten ein Amoklauf angekündigt wird. Dass die Kindergartenleitung sämtliche Eltern anruft und den Laden erstmal für ein paar Tage dicht macht, ist zu erwarten. Dass die Eltern mit einem wirklich ziemlich üblien Panikgefühl in der Magengegend alles stehn und liegen lassen, um ihre Teppichflitzer einzusammeln ebenfalls. Dass es sich vermutlich um einen saublöden Telefonstreich handelt auch.

Dass allerdings die Kripo ein paar Tage später im Kindergarten darüber informiert, dass es leider keine gesetzliche Möglichkeit gibt, die Telefondaten des Anrufers zu ermitteln, um den Urheber dieses in diesen Tagen üblichen aber deshalb kein bißchen weniger makabren „Scherzes“ zur Verantwortung zu ziehen und dabei unter anderem die 5-stelligen Kosten für den notwendigen Polizeieinsatz wieder reinzuholen, kommt eher unerwartet. Wohlgemerkt: Die technische Möglichkeit besteht. Aber eine Amokdrohung im Kindergarten scheint kein ausreichender Grund dafür zu sein, die Verbindungsdaten an die Exekutive herauszugeben.

Hoffen wir, dass der Scherzkeks demnächst ein paar mp3s oder Filme übers Netz saugt und erwischt wird… dann dürfte es keine Probleme mit dem Festsetzen geben.

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