Mailänder Domlager

Urlaub schon wieder vorbei – viel zu schnell. Eine Woche Sonne, Wasser (Luganer See), gutes Essen und alles, was das Herz begehrt. Mein geliebter BMW hat sich wacker geschlagen. Die 1100km von HH nach Lugano wurden im gemütlichen Reisetempo von 130-140km abgespult, was zu einem Verbrauch von (gemessenen!!!) 8,5 l führte – trotz teils bergiger Strecke! Hab bei 610km getankt weil ich dachte, die Tankanzeige spinnt – aber es waren noch knappe 6 Liter im Tank. Die Rückfahrt war mit 9 Litern etwas verbrauchsintensiver, allerdings inklusive 2-3 Stunden Stau und 300km Bleifuss. Und Ölverbrauch: Wie immer Null.

Zum Verhängnis wurden mir allerdings die schlechten Straßen in Mailand. Kurz vorm Dom ein lautes Klappern von hinten rechts – Domlager hin, Dämpfer knallt durch.

Erstmal ADAC angerufen – schließlich will man ja auch was von der Mitgliedschaft dort haben: Kein Wagen frei wegen dem Unwetter am Gardasee. Also auf eigene Faust angefangen, zu organisieren (gibt es für das Wort „organisieren“ eigentlich ein italienisches Pendant?)

Taxifahrer 1: Kein Plan, wo Werkstatt. Taxifahrer 2 ebenso. Auch ob und wo es nen BMW-Händler gibt: Null Idee. Taxifahrer 3 hat gottseidank nen Schwager der nen Freund hat, dessen Bruder jemanden kennt, der ne Werkstatt hat. Juchei!

Also mit kaputtem Domlager hinter dem Taxifahrer her – quer durch Mailand. Er dann irgendwo geklingelt, ein Typ im Blaumann kommt raus, guckt, weiss Bescheid, kein Problem, einfach folgen!

Also mit immer noch kaputtem Domlager hinter dem Typ im Blaumann her – quer durch Mailand. Bis zu einer Werkstatt, wo der Meister (falls es in Italy sowas gibt) aber weder Ahnung noch Lust hat und mir immerhin erklärt, wo BMW ist.

Also mit immer noch kaputtem Domlager der Wegbeschreibung nach – quer durch Mailand. Stehe irgendwann vor einem undefinierbaren Gebäude mit nem BMW-Zeichen dran, das abgeschlossen ist. Ein freundlicher BMW-Fahrer klärt mich auf, dass es hier keine Reparaturen oder BMW’s gibt und mir eine neue Wegbeschreibung mit.

Also mit immer noch kaputtem Domlager der neuen Wegbeschreibung entlang – quer durch Mailand. Dort, wo eigentlich BMW sein sollte, ist alles mögliche: Supermärkte, Puffs, Ristorantes – aber kein BMW. Nach längerem Rumgurken finde ich ne FIAT-Werkstatt. Immerhin AUTO. Und bekomme eine schöne Wegbeschreibung zu BMW.

Also mit immer noch kaputtem Domlager der neuen Wegbeschreibung entlang – quer durch Mailand. Und finde schliesslich den örtlichen authorisierten originalen BMW-Händler. Ca. 10 Fußminuten von der Stelle entfernt, wo das Domlager sich verabschiedete. Leider wars dann schon zu spät für ne sofortige Reparatur (ich war erst um 17:00 Uhr dort, und es wird nur von 9:30 bis 12:30 und von 15:30 bis 18:00 gearbeitet).

Also Autochen dort stehen gelassen, kleines Hotel gesucht und den Mailänder Dom angeschaut.

Am nächsten Tag um 12 Uhr wieder zu BMW und jetzt mal was erfreuliches: Beide Domlager gewechselt, nebenbei noch Blinker repariert und alles für 70 Euro. Akzeptabel, oder? Weniger toll: Vermutlich wegen der Hitze (oder göttlicher Fügung) war am vorderen linken Kotflügel die Umbördelung an einem Stück nach aussen gesprungen. Der BMW-Meister sieht es im Vorübergehen, holt nen Hammer, und bevor ich kapiere, was eigentlich Sache ist, hämmert er die umgesprungene Stelle wieder rein, grinst mich an und sacht irgendwas von „no problemo!“. Klar, dass dort jetzt der Lack abgesprungen ist. Leider war ich nicht so geistesgegenwärtig, ihm den Hammer zu entnehmen und mit selbigem und ebenfalls „no problemo!“ damit auf seine Birne einzuschlagen. Na ja, ich liebe Italien trotzdem. Autofahren macht dort richtig Spass, die Leute sind nicht so stur. Nächstes Jahr fahren wir wieder.

Greetz vom schraubenden Akademiker ohne Plan

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